Tag 1 – Workshop Frühlingserwachen – 3 mal anders

Ein und dasselbe oder zwei völlig anders? Da geht noch mehr!
Blogbeitrag von Lena Leuschner

Vorhang auf.
Martha findet Moritz toll.
Moritz findet Ilse toll.
Ilse nicht Moritz-
Und so vermischt sich der verflixte Mechanismus der unerwiderten Liebe mit den Ängsten der Schüler*innen des Gymnasiums aus Frank Wedekinds Theaterstück „ Frühlingserwachen“ nicht in die Oberstufe versetzt zu werden.

Im Fokus der ausgewählten Szene steht zudem der erbitterte Hahnenkampf der Rivalen Moritz Stiefel und Hänschen Rilow. Obwohl das Theaterstück schon über einhundert Jahre alt ist, Situationen mit denen sich auch die jugendlichen Teilnehmer*innen des ersten Wochenworkshops identifizieren können.

Konzipiert und geleitet wurde der heutige Workshop von Theaterregisseurin Christine Hofer, gemeinsam stellen wir uns die Fragen: Was bedeutet Stil auf dem Theater? Was hat Einfluss auf das, was am Ende auf der Bühne zu sehen ist? Wie unterschiedlich kann man ein Stück gestalten? Welche Bühneninszenierungen sind möglich?

Wir beginnen den Tag mit einer Vorstellungsrunde, spaßigen Lockerungsübungen und erlernen unter Anweisungen von Christine spielerisch ein Bewusstsein für Raum, Bewegung und unsere Mitspieler*innen. Eine Aufgabe ist es durch den Raum zu gehen. Alle in gleichem Tempo, es dürfen keine Lücken entstehen. Christine sagt „Freeze“. Wir frieren ein. Christine zählt „21, 22, 23 Skulptur! Thema Sommerurlaub!“. Wir bilden ohne Worte eine Gruppenskulptur.
„Sieht richtig gut aus“, ruft Christine begeistert vom Bühnenrand und wie wir da alle so als Sommerurlaubsskulptur stehen, liegen, hocken, stellen wir begeistert fest, wie schnell aus einem bunt zusammengewürfelten Haufen ein Team entstanden ist.

Schon beginnt das Proben.
Ein und die selbe Szene führen wir als Gegenwartsstück und im Stil des griechischen Theaters auf. Das Gegenwartsstück wirkt durch Musik, bekannte Dialogen zwischen den Figuren, viel Bewegung auf der Bühne, persönlicher Mimik und Gestik. Aber wie sehr schränken die Masken des antiken, griechischen Theaters die gewohnte Spielweise ein?Herausfordernd und spannend beim athenischen Theater ist die Veränderung der Körperbewegungen. Durch das Tragen von unseren Masken werden die individuellen Gesichtszüge verdeckt und eine völlig neue Art des Agierens bildet sich heraus. Muss sich herausbilden. „Dem Publikum muss ständig die Möglichkeit gegeben werden, frontal die Masken zu sehen, seitliches Spielen ist nicht möglich“, erklärt uns Christine Hofer. Im Spiegel des Theaterflures üben wir uns mit den skurrilen Riesenmasken zu bewegen und Proben die rhythmischen Sprechgesänge des antiken Chores.

IMG_0655
Foto: Lena Leuschner

Wer ist das, der an solchen Tagen immer so schnell die Zeit verstreichen lässt?
Vorhang zu.

Fotos: Antje Materna

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s